Jeder Mensch ist ein kulturelles Wesen, das kulturelle Bedürfnisse besitzt. Kulturarbeit will diese Bedürfnisse anregen und befriedigen. Dabei besteht das vorrangige Ziel des Angebots von Kulturveranstaltungen zunächst schlicht darin, dass die Bewohner daran Gefallen finden. Sie sollen sich an den Angeboten erfreuen und auf diese Weise neue Lebensfreude erfahren.
Kulturelle Angebote können auch durchaus Reizpunkte schaffen. So wichtig es für viele Bewohner beispielsweise ist, vertraute Lieder zu hören, so befruchtend kann es andererseits sein, gelegentlich mit neuen und ungewohnten Klängen konfrontiert zu werden.
In unserem Hause finden beispielsweise in regelmäßigen Abständen Auftritte von Folkloregruppen aus anderen Ländern und Kulturen statt, deren musikalische und tänzerische Darbietungen manchmal durchaus fremdartig erscheinen.
Wir stellen jedoch immer wieder fest, dass Heimbewohner sich auf solch neue Erfahrungen einlassen, wenn ihnen die Hintergründe der Darbietungen erklärt werden.
Die Teilnahme an kulturellen Angeboten ist außerdem mit einem vielfach als positiv erlebten Gemeinschaftserlebnis verbunden.
Durch die Auseinandersetzung und das Gespräch über das Gebotene wird die Kommunikation untereinander gefördert.
Durch die Kulturarbeit im Heim wird die Gemeinwesenarbeit gefördert. Die Angehörigen unserer Bewohner dürfen selbstverständlich an allen Veranstaltungen teilnehmen. Demzufolge werden Anreize geschaffen für Besuche, die mit einem gemeinsamen Erlebnis interessanter Veranstaltungen verknüpft sind.
Ebenso eingeladen sind Besucher aus der Gemeinde. Unsere Bewohner können somit neue Kommunikationsmöglichkeiten finden und bestehende Sozialkontakte pflegen.
Kulturarbeit trägt auch zur positiven Öffentlichkeitsarbeit bei. Durch Flyer und Plakate bzw. Artikel in der öffentlichen Presse kündigen wir Veranstaltungen an bzw. berichten über den Verlauf der Veranstaltung.
Neben den kulturellen Angeboten haben unsere Bewohner die Möglichkeit z.B. im Rahmen künstlerischer bzw. handwerklicher, musikalischer und literarischer Aktivitäten selbst aktiv und kreativ tätig zu werden
Am Ende des kreativen Erlebnisses steht der Stolz auf das hergestellte Produkt bzw. das aufgesagte lange Gedicht. Das bewirkt zusammen mit dem Erkennen der eigenen vorhandenen Fähigkeiten im Hinblick auf Mobilität und Aktivität einen Zuwachs an Selbstwertempfinden.
Dieser Stolz auf den sichtbaren Erfolg, selbst etwas hergestellt zu haben, dient auch der Motivation zu weiterem Tun und Handeln und weckt neue Interessen.
Gez. Relle H