Wie wir in unserem vorigen Blogartikel berichtet haben, liefert die Vergabe der Pflegenoten reichlich Zündstoff für Diskussionen. In der Kritik steht dabei unter anderem die Gewichtung der Pflegenoten. Nun hat CDU-Staatssekretär Laumann ein entsprechendes Konzept vorgelegt, welches die Pflegenoten ersetzen soll und aus zwei grundlegenden Schritten besteht.
Schritt 1: Keine Vergabe von Pflegenoten
In einem ersten Schritt des Konzepts sollen, ab Januar 2016, keine Pflegenoten mehr vergeben werden, da sie sowieso keinen realistischen Qualitätsvergleich ermöglichen. Die vom MDK durchgeführten unangemeldeten Qualitätsprüfungen wird es natürlich weiterhin geben – allerdings soll nun, statt der Noten, lediglich ein kurzer Prüfbericht veröffentlicht werden.
Darüber hinaus soll Pflegebedürftigen und deren Angehörigen die Suche nach einer passenden Pflegeeinrichtung, durch das zur Verfügung stellen eines entsprechenden Leitfadens, vereinfacht werden. Herr Laumann betont, dass er die Bürger ermutigen möchte, sich direkt vor Ort in den Einrichtungen zu informieren.
Schritt 2: Ernennung eines Ausschusses
Im zweiten Schritt des Konzepts ist die Ernennung eines Pflegequalitätsausschusses vorgesehen. Hier sollen, neben den Einrichtungsträgern und Kostenträgern, in Zukunft auch die Verbände der Pflegeberufe und der Pflegebedürftigen vertreten sein – und zwar mit gleichberechtigtem Stimmrecht. So sollen Entscheidungsprozesse, durch das Vermeiden von Patt-Situationen – künftig schneller abgewickelt werden.
Dieser Ausschuss soll unter anderem, bis zum Jahr 2015, ein System für die Qualitätsprüfung und die Veröffentlichung der Ergebnisse konzipieren.
Zu dem vorgeschlagenen Zwei-Schritte-Konzept von Staatssekretär Laumann scheiden sich jedoch die Geister.
Zustimmung, Verbesserungsvorschläge und Ablehnung
Die Vorschläge von Staatssekretär Laumann fanden beim Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) Anklang – ergänzte jedoch, dass es in dem neuen Ausschuss auch ganz klar geregelte Entscheidungsstrukturen geben muss. Ob der Ausschuss wirklich das „Mittel der Wahl“ ist, lässt der Geschäftsführer des MDS noch offen.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) reagierte kritischer auf den Vorschlag Laumanns. Einhergehend mit dem neuen Konzept wird ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand erwartet.
Der Vorstand der AOK, das Zentrum für Qualität in der Pflege und viele weitere sind in die Diskussion um die Pflegenoten eingestiegen.
Fazit
Auch wenn es noch unterschiedliche Meinung bezüglich des Konzeptvorschlags von Laumann gibt, in einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Die bisherige Überprüfung der Pflegequalität und die Darstellung der resultierenden Ergebnisse müssen dringend überarbeitet werden!
In welcher Form eine Neugestaltung gelingt, das wird die Zukunft zeigen. Wir halten Sie an dieser Stelle natürlich auf dem Laufenden!
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Quelle Beitragsbild: © Reiner Vo§ / view